Machst du schon oder laberst du noch? Kommunikation auf effektive Art & Weise - ein Mysterium, eine Unbekannte, Überbewertung?


18 Jun
18Jun

Kommunikation: Quelle Coaching-Report.de

"In der Psychologie wird der Begriff Kommunikation für den Prozess der Zeichenübermittlung und Verständigung zwischen Menschen (Humankommunikation) verwendet. 

Es handelt sich um einen intentionalen und wechselseitigen Prozess des Sendens und Empfangens von Informationen, Nachrichten und Botschaften (siehe Sender-Empfänger-Modell). Kommunikation kann zwischen Personen oder Personengruppen stattfinden; in diesen Fällen spricht man von interpersonaler Kommunikation bzw. von Personalkommunikation."

Blicken wir doch einmal genauer hin. Zeichenübermittlung: Ja, das haben wir. Tagtäglich verfolge ich, wie die junge Generation den Weg der Kommunikation über WhatsApp und Co. austauscht. Facebook, Instagram, Snapchat, das sind alles Wege der Kommunikation. So wie einst unsere Großeltern über Briefe kommuniziert haben, so passiert dies dank der modernen Technologie heutzutage innerhalb von Sekunden. 

Aber wie viel geht bei schriftlicher Kommunikation verloren? Ersetzt diese die Face-to-Face Kommunikation? Wie steht es um das Sender-Empfänger-Modell?

Noch provokanter gefragt: Wie steht es denn generell um die Kommunikation? Gerade in Unternehmen ist es ein essentieller Bestandteil, dass Informationsaustausch gepflegt wird. Und damit meine ich nicht den Autausch über die neuen High Heels der Kollegin oder das stinkende Parfum des Chefs. Vielmehr geht es darum, dass Prozesse nur gelebt werden können, wenn auch die Kommunikation in alle Richtungen läuft. Und das tut sie leider oftmals nicht oder nur sehr schleppend bzw. ungegnügend. 

Blickt man einmal tiefer hin, so kostet mangelnde Kommunikation einer Firma eine Stange Geld, den Mitarbeiter viele Nerven und demnach entsteht eine große Demotivationskurve. Auf beiden Seiten! Und derweil ist es doch so einfach und simpel.

Wir neigen dazu, oftmals den schriftlichen Weg der Kommunikation zu wählen. An sich spricht hier nichts dagegen, aber man beachte doch, dass es gewisse "Regeln" gibt, die es auch bei eMail & Co. einzuhalten gibt. So ist für mich beispielsweise eine Anrede und eine Grußformel doch zumindest in der ersten eMail ein Zeichen der Wertschätzung. Leider passiert es immer wieder, dass die Nachricht falsch verstanden wird, nicht genau gelesen wird, wir etwas hineininterpretieren und so weiter.

Die Schlussfolgerung: Keine Wertschätzung, keine Kommunikation! Mal drastisch ausgedrückt und möglicherweise etwas übertrieben. Aber denken Sie mal genauer darüber nach, wie oft Sie sich schon über eine Mail geärgert haben und demnach die Kommunikation auf das Nötigste begrenzt haben oder gar nicht geantwortet haben.

Es gibt Sachverhalte, da bedarf es einem schriftlichen Austausch, hier spricht auch nichts dagegen. Auch wenn es manchmal schneller im persönlichen Austausch geht, benötigt man dennoch eine schriftliche Botschaft. 

Wieso denn nicht einfach mal beides ausprobieren? Die Wege und Mittel sind so einfach und uns allen gegeben. Eher vermute ich, dass man den Weg des persönlichen Austausches, auch Dialog genannt, verlernt hat. So entsteht eine unheimlich große Negativ-Spirale! Diese gilt es endlich zu durchbrechen, damit das Miteinander wieder besser gelingt.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass sowohl im privaten, als auch im geschäftlichen Umfeld, der persönliche Austausch, extremst wichtig ist, um ein gutes Miteinander zu erzielen. Mails & Co. werden immer so aufgefasst, wie sich der Sender und Empfänger gerade fühlen. Bin ich also geladen und sauer, werde ich die Mail meines Kollegen als Vorwurf empfinden und demnach in genau so einem Stil zurückschreiben. Wie dies beim meinem "Gegenüber" ankommt und sich die darauffolgende Atmosphäre im Betrieb gestaltet, muss ich wohl nicht näher erläutern. 

Gleiches gilt übrigens für das private Umfeld: Welche Priorität erziele habe ich denn bei meinen Freunden, wenn diese es nicht mal schaffen, innerhalb eines Tages zu antworten (und hier ist die Ermessensgrenze doch sehr hoch). Gerade im Bezug auf die Schnelligkeit kann man doch erwarten, ein kurzes Lebenszeichen zu erhalten.

Für mich oftmals - und leider immer mehr - ein Zeichen mangelnder Wertschätzung, die sogenannte "Kein-Bock-Einstellung" oder aber auch ein Monolog. Immer nur "ich, ich, ich" und auf die Frage "wie geht es dir?" antworte ich mittlerweile bei Bekannten nur noch "was willst du?". Wirkliches Interesse findet man nur noch bei wenigen einzelnen Personen. Das sind Jene, die quasi immer für einen da sind, auf Augenhöhe kommunizieren, nicht nur auf Oberflächlichkeiten achten und es wissen, wie man einen Dialog führt.

Ein kleines Experiment zum Probieren: Einfach mal konkret auf den Stil der Nachricht achten, bewusst auf Augenhöhe kommunizieren uns möglichst auf die schriftlichen Medien verzichten. Telefon statt Mail, Treffen statt Whatsapp. Ist gar nicht so schwer und macht unheimlich Spaß. Der Nebeneffekt ist gleichzeitig ein stressfreieres, sorgenloseres Leben bzw. eine gänzliche gelassenere Einstellung. Warum? Ganz einfach: Ich muss mir nicht ständig Gedanken machen, wie mein Kommunikationspartner die Nachricht nun gemeint hat und darüber grübeln, was ich schreiben soll. Spontan, mit Gestik und Mimik, macht das Leben einfacher. Und es ist doch auch schön, ein Gesicht zu sehen, anstatt eines Smartphone-Displays.

In diesem Sinne, nicht labern, sondern machen :).

Kommentare
* Die E-Mail-Adresse wird nicht auf der Website veröffentlicht.